Service

Geschichte


Greiffenberg - Stadt an der Sernitz

Funde aus der Steinzeit und der Bronzezeit belegen, dass die heutige Gemarkung Greiffenberg ein sehr altes Siedlungsgebiet ist. Im 12. und besonders im 13. Jh. war die sumpfige Sernitzniederung mit dem Übergang (Zolldamm) der Handels- und Heerstraße von der Mittelmark nach Norden an der Grenze zwischen Brandenburg und Pommern ein Raum heftiger kriegerischer Auseinandersetzungen. Zum Schutz und zur Sicherung des Handelsweges entstand die Burganlage Greiffenberg - vermutlich in der ersten Hälfte des 13. Jh. - auf einem Werder. Der genaue Zeitpunkt der Errichtung der Burg und der Erbauer sind nicht bekannt! In Chroniken wird aber auch berichtet, dass ein Ritter namens Grif 1124 eine Befestigung anlegte, die mit dem Aufbau der Burganlage übereinstimmen könnte.
 
Die Entstehung der Stadt Greiffenberg mit Markt- und Zollgerechtigkeit ist aufs engste mit der
Familie ,,de Grifenberg" (von Greiffenberg) verbunden:
                                
 Ein Mitglied der Familie "de Grifenberg" wurde schon im Jahre 1156 genannt. 1261
 berichtete eine Urkunde über die Stadt Greiffenberg als "Civitas Grifenberg", die
 im Besitz des Ritters Johannes de Grifenberg war. Zu dieser Zeit gab es im Ort ein
 Hospital, dass von den Vorfahren des Johannes de Grifenberg gegründet wurde.                                                                                               
                               
Danach müssen Burg und Ort bereits längere Zeit davor bestanden haben!
Greiffenberg war Wohnsitz der de Grifenbergs und bestimmender Mittelpunkt
des sich entwickelnden gesellschaftlichen Lebens. Im 13. Jh. hatte die Familie de
Grifenberg unter den uckermärkischen Adelsfamilien eine herausragende Stellung u. a. mit
besonderen Hoheits-, Kirchen- und Mühlenrechten.

Von 1320 bis 1348 war Greiffenberg sowohl im pommerschen als auch im brandenburgischen Besitz - Burg und Städtchen blieben aber in dieser Zeit immer Eigentum der Familie de Grifenberg . 1349 teilte Herzog Barnim von Stettin der Familie de Grifenberg mit: " Ihr Laurentias Grifke und Ihr Henning, sein Vetter, macht Euch eine neue Stadt vor Eurem Haus auf dem Werder, denn die alte ist nicht mehr." Nach seinem Willen sollte das neue Greiffenberg Stadtrecht wie andere Städte im Herzogtum
Stettin erhalten. In Oberhoheit der Ritter Lorenz und Henning de Grifenberg wurde Greiffenberg ab 1349 wieder aufgebaut und erweitert.
Bereits 1355 gab es einen Magistrat und Gemeindevertreter in Greiffenberg sowie Anfänge einer Selbstverwaltung unter der Familie de Grifenberg in der Stadt Greiffenberg.
(1375 wurden Schulze und Konsuln erwähnt!)            
In der ersten Hälfte des 15. Jh. nahmen die Auseinandersetzungen zwischen den Pommernherzögen und den Kurfürsten Brandenburg
wieder zu. Anfang des 15. Jh. gehörte Greiffenberg zu Pommern.
1420 wurde die Burg und Stadt von Friedrich I. von Hohenzollern für Brandenburg erobert. Das hielt nicht lange an, denn 1424 bestätigte König Siegmund den Pommernfürsten ihre Rechte auf die Uckermark und somit auch auf Greiffenberg. 1427 erhielten die Pommerschen Herzöge "Greiffenberg mit Zubehör" im Tausch mit Angermünde. Während der Pommernherrschaft verlor die Familie de Grifenberg alle Rechte auf ihren Besitz - er wurde durch pommersche Beamte verwaltet. 1445 eroberte Kurfürst Friedrich II. von Brandenburg Greiffenberg zurück. Er belehnte die Gebrüder de Grifenberg erneut mit " Schloss und Städtlein" und befahl ihnen, die Burg innerhalb eines Jahres mit "notwendigen Wehren" zu befestigen. Daraufhin wurde der große Torturm (spätgotisch) errichtet, der u. a. mit dazu beitrug, dass die Burg im Dreißigjährigen Krieg und bei den Schwedenfeldzügen nicht erobert werden konnte. 1446 erhielt die Familie de Grifenberg vom Kurfüsten von Brandenburg formell ihren Besitz zurück, sie bewohnte bis 1472 die Greiffenburg.
Weshalb der Familie de Grifenberg (von Greiffenberg) die größten Besitzungen verloren gingen und sie kaum noch in Erscheinung traten ist nicht hinreichend geklärt. Das die Herren von Greiffenberg in finanziellen Nöten waren und eventuell in Ungnade beim Landesherren fielen, erscheint unter der Vielzahl von Mutmaßungen am wahrscheinlichsten zu sein!


1473 wurde den "Gebrüdern von Sparren" (Gebrüder von Sparr) Greiffenberg und Günterberg mit der Belehnungsurkunde des Markgrafen und Kurfürsten Albrecht zu Lehen übergeben, sie übernahmen Burg und Gut. Die Selbstverwaltung der Stadt wurde unter den neuen Herren wieder auf-
gehoben. Die Stadtverwaltung unterstand fortan der Familie von Sparr, auch die Gerichts- und Polizeigewalt übernahm der Gutsherr. Für die Stadt, die Bürger, Bauern und Handwerker waren die folgenden Jahrhunderte unter der Herrschaft derer von Sparr eine schwere Zeit. Die Entwicklung der Landwirtschaft, des Handwerks und des örtlichen Gemeinwesens stagnierte.
1536 entstand das Vorwerk Obergreiffenberg, daneben 1550 auf der Rohdunginsel das Vorwerk Peetzig. Die "Gevetter Joachim, Franz und Liborius von Sparre" waren 1600 im Besitz der Burg und der Greiffenberger Güter - Joachim besaß die Burg allein nebst Vorwerk Wilmersdorf und Anteile an Günterberg. Ab 1627 bekamen die Greiffenberger die Folgen der Besetzung durch kaiserliche Soldaten und die Schweden zu spüren; die Stadt wurde verwüstet und die überlebenden Einwohnern verließen den Ort. Aus der Zeit 1638-1657 ist überliefert: "Die Brücke über die Sernitz ist zerstört, es gibt keinen Pastor mehr, die Felder werden nicht mehr bearbeitet .."
Georg Friedrich von Sparr ersteigerte 1662 das Gut und die Burg für 12.000 Taler, er restaurierte und ergänzte sie.

 

nächste Seite