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Feuerwehr



Im Oktober 1892 wurde auf Anraten der General- verwaltung des Gutes derer von Redern die Feuerwehr gegründet. Über das Gut wurde die Technik und Ausrüstung gestellt. Dazu gehörten ein Mannschafts- wagen für 1000 Liter Wasser, 1 Handrohrrundspritze und ein kleiner zweiter Mannschaftswagen. Die Tonne des Wasserwagens wurde per Eimerkette aufgefüllt, um mit der Handspritze das Feuer bekämpfen zu können. Der Ober- oder Unterhof des Redernschen Gutes stellte die Pferde bereit. Nur gut angesehene, erfahrene und absolut unbescholtene Bürger (Handwerker, Großbauern und Gewerbetreibende) konnten aufgenommen werden.

Am 23. Juni 1901 wurde der Unterverbandstag in Greiffenberg begangen. Wehren des Kreises und der Nachbarkreise schick- ten Abordnungen. Die FF Greiffenberg rückte im 1. Jahrzehnt ihres Bestehens 58 mal zu 25 Großfeuern, 9 Kleinfeuern und 3 Waldbränden aus. Die ersten Wehr- leiter wechselten öfter. Tischlermeister Borchert leitete die Wehr zwei Jahr- zehnte bis zu seiner Einberufung zum Wehrdienst getreu dem Wahlspruch "Der Stadt zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr, einer für alle, alle für einen,,.

1937 gründeten sich in Greiffenberg die Feuerwehren der Nachbarorte Günterberg, Biesenbrow und Wilmersdorf. Im Krieg war die Wehr Greiffenberg u. a. in Berlin eingesetzt. Bei Abwesenheit des Wehrleiters Borchert übernahm 1942 ver-tretungsweise Wehrführer Krüger die Leitung. Nach dem Krieg konnte die Freiwillige Feuerwehr wiederbelebt werden. Oberführer J. Müller führte die Wehr durch die schweren Jahre der Nachkriegezeit und wurde zum Ehrenoberführer ernannt. Bis 1947 war Sattlermeister August Krüger in Leit-ungsverantwortung für die Wehr. Es war eine sehr komplizierte Situation, die Fahrzeuge waren unbrauchbar und die Schläuche wurden als begehrte Antriebsriemen für Dreschkästen gestohlen.

1948 leiteten die Wehr Otto Kamrath, ab 1949 Franz Voigt und ab 1950 der Schmied Hans Dost. Zur Ausrüstung gehörte zu dieser Zeit ein Tragkraftanhänger. Nachts stellte die MTS Bruchhagen im Bedarfsfall eine Zugmaschine zur Verfügung.

1953 erfolgte die Gründung des Wirkungsbereiches Greiffenberg mit den Wehren Frauenhagen, Welsow, Bruchhagen, Polßen, Schmiedeberg, Biesenbrow, Günterberg, Steinhöfel, Wil-mersdorf, Görlsdorf. Wehrleiter war 1953 Erich Springborn. Mitte der fünfziger Jahre erhielt die Wehr das erste Löschfahrzeug (K 30 mit Schlauchanhänger).

1956 ging die Wehrleiterverantwortung an Werner Mercier und 1958 an den Tischlermeister Horst Reetz über. Der ständige Leitungswechsel war für die Entwicklung der FF nicht vorteilhaft. Handwerker, die nach der Tradition der Greiffenberger FF Verantwortung über-nahmen, wurden durch die Politik der DDR immer seltener. Der Schuster Werner Wietzke war nur kurz Wehrleiter, dann war es Eberhard Ostermann. Dem vorbeugenden Brandschutz in Betrieben und Wohnungen widmete sich Karl Pinkpank. Durch stän- dige Werbung erhöhte sich die Mitgliedschaft auf 20 Kameraden.

1965 erfolgte der Um- bau des Gerätehauses, die Wehr erhielt einen Versammlungsraum. Bei Leistungs-vergleichen belegte die FF Greiffenberg wiederholt vordere Plätze. Ab 1968 war Dietrich Fink Wehrleiter. In der FF gab es eine AG ,,Junge Brandschutzhelfer,, unter Leitung von Heinz Haack.

1972 wurde eine Frauengruppe für Brandschutzkontrollen ge-gründet und eingesetzt. Die FF Greiffenberg wurde 1975 Stützpunktfeuerwehr mit bis zu 30 Kameraden (1977), sie gehörte 1978 zum Bezirkskatastrophenlöschzug. Ein neues Löschfahrzeug Typ LO mit Vorbaupumpe und Schlauchhänger verbesserte 1979 grundlegend die Ausstattung der Wehr. Im selben Jahr erhielten die Kameraden vom Kreis die Auszeichnung ,,Vorbildliche Freiwillige Feuerwehr,,.

Ab 1980 verkleinerte sich der Einzugsbereich. Görlsdorf, Frauenhagen, Welsow u. Biesenbrow gehörten nicht mehr dazu. Die zur damaligen Zeit höchste Auszeichnung ,,Medaille für Verdienste im Brandschutz,, erhielt die Wehr 1981.

1982 erreichten die Kameraden bei einem Leistungsvergleich mit 37 Wehren eine Anerkennung mit dem Titel ,,Vorbildliche Freiwillige Feuerwehr,, .

1988 hatte die Wehr noch 36 Aktive und die AG ,,Junge Brandschutzhelfer,, . Mit den politischen Veränderungen 1989 war ein Rückgang auf 12 Kameraden zu verzeich- nen, die Wirkungsbereiche wurden aufgelöst.

1990 nahmen Brände, auch durch Brand-stiftungen, zu. Die neue DIN - gerechte Einsatzkleidung spendete der Westberliner Apotheker Herr Brauer.

1991 wurde Herr Fink, der bereits zu DDR-Zeiten die Entwick- lung der Wehr förderte, für weitere 6 Jahre Wehrleiter.

1992 erreichte die Wehr eine Stärke von 28 Kameraden, die Fahrzeughalle und der Versammlungsraum wurden renoviert und das Feuerwehrhaus erhielt eine Gasheizung. Am letzten Sonnabend im September des Jahres 1992 war die 100-Jahrfeier der FF Greiffenberg.

1995 hat die Wehr 30 Männer, 1 Frau, 1 Jugend-Mannschaft. Einsatzgebiet der FF ist Greiffenberg, die Gemein-de Bruchhagen und der Autobahnabschnitt der A 11. Zwei neue Einsatzfahrzeug stehen zur Verfügung.